Die Rangliste vergleicht 163 Proteinpulver nach dem, was für Muskelaufbau zählt: wie viel hochwertiges Protein du für dein Geld bekommst. Wir rechnen täglich neu, mit aktuellen Preisen und den Nährwerten der Hersteller.
Anders als viele Testsieger-Listen legen wir offen, wie jede Punktzahl entsteht. Vier Kriterien, feste Gewichte, alles nachrechenbar. Geschmack bewerten wir nicht, Plätze verkaufen wir nicht. Darunter liest du, welches Protein die besten Daten für Muskelaufbau hat und wie viel du davon tatsächlich brauchst.
- Whey liegt bei Leucin, essentiellen Aminosäuren und Verdaulichkeit vorn und ist für die meisten die erste Wahl 9,10.
- Rund 1,6 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag reichen für Muskelaufbau, mehr brachte in einer Metaanalyse keinen weiteren Zuwachs 4.
- Verteile das Protein auf mindestens vier Mahlzeiten mit je etwa 0,4 g pro Kilogramm, die Uhrzeit des Shakes ist zweitrangig 6,7.
- Vegane Pulver funktionieren, brauchen für dieselbe Leucinmenge aber etwa 33 bis 54 g Protein statt 25 g Whey 10.
- Magerquark und Milch liefern dasselbe Milchprotein wie viele Pulver, oft ohne Umweg über die Dose 1.
1Wie kommt unser Ranking zustande?
Jedes Pulver in der Liste hat eine Punktzahl zwischen 0 und 100. Sie setzt sich aus vier Kriterien zusammen, deren Gewicht wir offenlegen, damit du jede Platzierung nachrechnen kannst.
- Preis-Leistung (35 %): wie viel Whey-Äquivalent du pro Euro bekommst, bewertet als Rang im Markt.
- Proteinqualität (30 %): der Leucinanteil der Proteinquelle. 5 % Leucin ergeben 0 Punkte, 11 % (Whey) ergeben 100 Punkte. Bei Mischungen nehmen wir den Mittelwert.
- Proteingehalt (20 %): 60 g Protein pro 100 g ergeben 0 Punkte, 90 g ergeben 100 Punkte.
- Datenqualität (15 %): Nährwerte direkt vom Hersteller zählen 100 Punkte, aus einer Lebensmitteldatenbank 80, aus einem Händlertext 60.
In die Liste kommt jedes Pulver mit aktuellem Preis und mindestens 60 g Protein pro 100 g. Gibt es ein Produkt in mehreren Größen oder Sorten, werten wir die Variante mit dem besten Preis pro Gramm Protein. Ein Kilo-Beutel und eine große Dose desselben Pulvers konkurrieren also nicht gegeneinander.
Whey-Äquivalent pro Euro, einfach erklärt
Der reine Proteinpreis führt in die Irre. Ein Gramm Erbsenprotein ist nicht dasselbe wie ein Gramm Molkenprotein, weil es weniger Leucin mitbringt. Leucin gilt in der Sporternährung als Schlüsselgröße: Das ISSN nennt als Zielwert 700 bis 3000 mg Leucin pro Portion 5. Für dieselben 2,7 g Leucin, die in 25 g Whey-Protein stecken, brauchst du rund 38 g Erbsenprotein 10.
Deshalb rechnen wir den Proteinpreis auf Whey-Qualität um. Die Formel: Protein pro Euro mal Leucinanteil, geteilt durch 11 %.
Ein Beispiel mit runden Zahlen. Ein Erbsenpulver liefert 40 g Protein pro Euro, ein Whey 30 g. Auf dem Etikett wirkt das Erbsenpulver günstiger. Mit 7,1 % Leucin schrumpft es aber auf etwa 26 g Whey-Äquivalent, während das Whey bei 30 g bleibt. Für deine Muskeln ist das Whey in diesem Fall das bessere Geschäft.
Kleinrechnen wollen wir pflanzliche Pulver damit nicht. Die Umrechnung bildet nur ab, dass du von ihnen für dieselbe Leucinmenge mehr brauchst. Ein sehr günstiges Sojaisolat kann trotzdem weit oben landen.
Warum gerade diese vier
Preis und Qualität machen zusammen zwei Drittel der Punkte aus, weil das die beiden Fragen sind, die beim Kauf zählen: Was bekomme ich, und was kostet es. Der Proteingehalt zeigt, wie viel Platz für Zucker, Fett oder Füllstoffe im Beutel bleibt. Die Datenqualität belohnt Hersteller, die ihre Nährwerte selbst veröffentlichen. Eine Rechnung ist nur so gut wie ihre Zahlen.
Was nicht in die Punkte einfließt
Geschmack und Löslichkeit bewerten wir nicht. Wir haben die Pulver nicht probiert und tun auch nicht so. Eigene Laboranalysen machen wir ebenfalls nicht, wir verlassen uns auf die angegebenen Nährwerte. Und Plätze lassen sich bei uns nicht kaufen: Kein Hersteller kann für eine bessere Position zahlen.
Aktuell liegt Healthy Fusion Whey Protein Isolat mit Kollagen mit 93 Punkten vorn. Ändert sich morgen ein Preis, kann die Spitze anders aussehen.
2Welches Protein ist für Muskelaufbau am besten?
Kurz: Whey. Nicht, weil Molke magisch wäre, sondern weil die Zahlen alle in dieselbe Richtung zeigen.
Molkenprotein enthält alle unentbehrlichen Aminosäuren und ist gut verdaulich 1. Seine biologische Wertigkeit liegt bei 104, Casein kommt auf 77, Soja auf 74 9. Beim Leucin führt Whey mit 11 % des Proteins, Milchprotein liegt bei 9 %, Casein bei 8 %, Ei bei 7 % 10. Und beim Anteil essentieller Aminosäuren steht Whey mit 43 % an der Spitze aller untersuchten Quellen 10.
Konzentrat, Isolat, Hydrolysat
Whey-Konzentrat besteht zu etwa 70 bis 80 % aus Protein und enthält etwas Laktose und Fett; bei Laktoseintoleranz ist es ungeeignet 1. Isolat kommt auf 90 bis 95 % Protein, hat weniger Laktose und Fett, schmeckt weniger süß und löst sich oft besser 1.
In unserer Proteinqualität bekommen alle Whey-Formen denselben Leucinwert. Der Unterschied zeigt sich beim Gehalt und beim Preis. Ein Isolat sammelt mehr Punkte beim Proteingehalt, ein Konzentrat holt sie oft bei der Preis-Leistung zurück.
Casein, das langsame Protein
Nach Whey steigen die Aminosäuren im Blut schnell, hoch und kurz an, Casein wird langsamer aufgenommen 9. Es liefert 8,9 g Leucin pro 100 g Protein, Whey 11,1 g 9. Wer abends eine Schüssel Magerquark löffelt, isst übrigens vor allem Casein. Ein eigenes Caseinpulver braucht es dafür nicht.
Mehrkomponenten und Milchprotein
Mehrkomponentenpulver mischen meist Whey mit Casein oder Ei. Milchprotein bringt die Kombination von Natur aus mit und liegt beim Leucin bei 9 % 10. Für Muskelaufbau ist das solide, nur eben eine Stufe unter reinem Whey. Bei uns zählt für Mischungen der Mittelwert der Leucinanteile.
Ei
Eiprotein ist eine Option für alle, die keine Milch vertragen, aber nicht vegan leben. Mit 7 % Leucin und 32 % essentiellen Aminosäuren liegt es allerdings deutlich hinter Whey 10. Steht ein Eipulver im Ranking trotzdem weit oben, liegt das an Preis und Proteingehalt.
Pflanzlich
Soja, Erbse, Reis und Hanf liegen beim Leucin unter den Milchproteinen, Hanf mit 5,1 % am deutlichsten 10. Dazu kommt die Verdaulichkeit: Molkenisolat, Molkenkonzentrat und Milchproteinkonzentrat schnitten bei den meisten unentbehrlichen Aminosäuren besser ab als Erbsenprotein und Sojaisolat 11. Was das praktisch bedeutet, steht weiter unten im veganen Teil.
Was du nimmst, je nach Situation
- Du verträgst Milch problemlos: Whey-Konzentrat, meist das Pulver mit der besten Preis-Leistung.
- Du verträgst Laktose schlecht: Whey-Isolat mit geringerem Laktoseanteil 1.
- Du verzichtest auf Milch, isst aber Ei: Eiprotein, Portion etwas größer.
- Du lebst vegan: Soja, Erbse, Reis oder eine Mischung, Portion deutlich größer 10.
- Du willst abends etwas Langsames: Magerquark statt Caseinpulver.
Welches Whey gerade am besten abschneidet, zeigt die Liste. Derzeit ist es Healthy Fusion Whey Protein Isolat mit Kollagen.
3Wie viel Protein brauchst du pro Tag für Muskelaufbau?
Die DGE nennt für Erwachsene ab 19 Jahren 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag 3. Das ist der Referenzwert für die Allgemeinbevölkerung. Für jemanden, der dreimal pro Woche schwere Gewichte bewegt, ist er eher die Untergrenze.
Für Muskelaufbau gibt die Verbraucherzentrale 1,2 bis 2,0 g pro Kilogramm an, bei 75 kg also etwa 90 bis 150 g täglich 1. Eine Metaanalyse aus 49 Studien grenzt das ein: Über eine Gesamtzufuhr von 1,62 g pro Kilogramm hinaus brachte zusätzliches Protein keinen weiteren Zuwachs an fettfreier Masse 4. Die statistische Unsicherheit ist allerdings groß, das Konfidenzintervall reicht von 1,03 bis 2,20 g 4.
Für die Praxis heißt das: Rund 1,6 g pro Kilogramm sind ein vernünftiges Ziel. Wer deutlich darüber liegt, investiert in Protein, das seine Muskeln vermutlich nicht mehr verwerten.
Nach oben gibt es eine Grenze, über die gestritten wird. Bei dauerhaft mehr als 2,0 g pro Kilogramm kann laut Verbraucherzentrale eine Schädigung der Nierenfunktion nicht ausgeschlossen werden, besonders wenn die Nieren bereits eingeschränkt arbeiten 1. Eine Metaanalyse mit 1358 gesunden Erwachsenen fand dagegen keine Unterschiede in der Nierenfunktion zwischen höherer und niedrigerer Zufuhr; auf Menschen mit Nierenerkrankung lässt sich das ausdrücklich nicht übertragen 8. Mit etwa 1,6 g pro Kilogramm bleibst du unter der Schwelle, vor der die Verbraucherzentrale warnt.
Pro Portion und über den Tag
Das ISSN-Positionspapier empfiehlt 0,25 g hochwertiges Protein pro Kilogramm Körpergewicht oder 20 bis 40 g pro Portion und rät, das Protein gleichmäßig alle drei bis vier Stunden zu verteilen 5. Schoenfeld und Aragon rechnen für maximalen Muskelaufbau mit etwa 0,4 g pro Kilogramm und Mahlzeit, verteilt auf mindestens vier Mahlzeiten, um auf mindestens 1,6 g pro Tag zu kommen 6.
Bei 75 kg sieht das so aus: vier Mahlzeiten mit je rund 30 g Protein ergeben 120 g, also genau 1,6 g pro Kilogramm. Morgens Quark mit Obst, mittags Linsen oder Hähnchen, abends Fisch oder Tofu, am Nachmittag ein Shake. Das Pulver ist hier ein Baustein unter vieren, nicht die Grundlage.
Timing: weniger wichtig als gedacht
Viele trinken ihren Shake hektisch direkt nach dem letzten Satz, aus Sorge, sonst etwas zu verpassen. Eine Metaanalyse aus 23 Studien fand keinen signifikanten Effekt des Protein-Timings rund ums Training, sobald man die Gesamtmenge berücksichtigt 7. Ganz unumstritten ist diese Auswertung nicht. Die Reihenfolge bleibt trotzdem klar: Erst muss die Tagesmenge stimmen, dann die Verteilung, ganz zuletzt die Uhrzeit des Shakes.
Deine persönliche Tagesmenge und Portionsgröße rechnet dir der Rechner unter diesem Abschnitt aus.
4Welches vegane Proteinpulver taugt für Muskelaufbau?
Vegan Muskeln aufbauen funktioniert. Es braucht nur mehr Pulver im Shaker.
Die Rechnung dahinter ist schlicht. 25 g Whey-Protein liefern 2,7 g Leucin. Für dieselbe Menge brauchst du etwa 40 g Sojaprotein, 38 g Erbsenprotein, 37 g Reisprotein, 33 g Kartoffelprotein oder 54 g Hanfprotein 10. Aus einem Messlöffel werden also anderthalb, bei Hanf mehr als zwei.
Dazu kommt die Verdaulichkeit. In einer Untersuchung wurden die meisten unentbehrlichen Aminosäuren aus Molken- und Milchprotein besser verdaut als aus Erbsenproteinkonzentrat und Sojaproteinisolat, und die ältere PDCAAS-Methode kann die Qualität von Erbse und Soja überschätzen 11. Ein PDCAAS von 1,0 auf einer Sojadose bedeutet deshalb nicht automatisch Whey-Niveau.
Soja, Erbse, Reis oder Mischung
Beim Leucin liegen die drei wichtigsten Quellen dicht beieinander. In unserer Tabelle stehen Reis bei 7,3 %, Erbse bei 7,1 % und Soja bei 6,8 %, abgeleitet aus den Daten von Gorissen 10. Beim Anteil essentieller Aminosäuren ist es ähnlich eng: Erbse 30 %, brauner Reis 28 %, Soja 27 % 10. Kartoffel kommt auf 37 %, Hanf nur auf 23 % 10. Hanf allein ist damit die schwächste Wahl für Muskelaufbau.
Liegt im Ranking ein Sojaisolat vorn, dann wegen Proteingehalt und Preis. Beim Leucin hat Soja keinen Vorsprung, eher einen kleinen Rückstand. Aktuell ist HSN Sojaprotein Isolat das bestplatzierte vegane Pulver.
Mischungen aus Erbse und Reis werden oft damit beworben, dass sich die Proteine ergänzen. Wir bewerten sie mit dem Mittelwert der Leucinanteile, der zwischen den Werten von Erbse und Reis liegt. Einen großen Sprung beim Leucin bringt die Mischung also nicht. Schlechter macht sie das Pulver aber auch nicht, und wer eine der Quellen nicht verträgt, hat mit Mischungen mehr Auswahl.
Worauf du achten solltest
- Portion nach Leucin wählen, nicht nach Messlöffel: eher 37 bis 40 g Protein pro Shake als 25 g 10.
- Proteingehalt pro 100 g prüfen. Je niedriger er ist, desto mehr anderes steckt im Beutel.
- Zutatenliste lesen, wenn du ohne Süßungsmittel auskommen willst. Neutrale Pulver lassen sich mit Banane oder Datteln selbst süßen.
- Hanf eher als Ergänzung nehmen, nicht als einzige Proteinquelle 10.
- Bei Leistungssport auch vegane Pulver über die Kölner Liste prüfen 1.
5Brauchen Frauen oder Menschen ab 50 ein anderes Proteinpulver?
Nein. Muskeln lesen keine Etiketten.
Alle Empfehlungen, auf die wir uns stützen, rechnen pro Kilogramm Körpergewicht und unterscheiden nicht nach Geschlecht 1,3,4. Wer 75 kg wiegt, landet für Muskelaufbau bei etwa 90 bis 150 g Protein am Tag 1, ganz gleich, ob Frau oder Mann. Der Unterschied liegt im Gewicht, nicht im Pulver. Für die Portion gilt dasselbe Prinzip: 0,4 g pro Kilogramm und Mahlzeit 6, bei 60 kg also etwa 24 g.
Pulver, die gezielt an Frauen vermarktet werden, bewerten wir nach denselben Kriterien wie alle anderen. Einen eigenen Vorteil geben die Daten nicht her, denn die Anforderungen an das Protein sind dieselben: viel Leucin, hoher Gehalt, fairer Preis.
Viele suchen ein Proteinpulver zum Abnehmen. Ein Pulver ist kein Abnehmprodukt. Ein hoher Proteingehalt pro 100 g lässt aber weniger Platz für Zucker und Fett, und genau diesen Gehalt bildet unser Ranking mit 20 % ab.
Ab 50 und ab 65
Mit dem Alter verschiebt sich der Referenzwert. Die DGE gibt ab 65 Jahren 1,0 g pro Kilogramm als Schätzwert an statt 0,8 g 3. Das ist eine Basis für die Allgemeinbevölkerung, kein Trainingsziel. Eine eigene Altersgrenze für Muskelaufbau nennen unsere Quellen nicht, die Werte gelten pro Kilogramm 1,4.
Was Protein leisten darf, ist klar geregelt. Für Lebensmittel, die eine Proteinquelle sind, sind diese Aussagen zugelassen: Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei, zur Zunahme an Muskelmasse und zur Erhaltung normaler Knochen 1. Mehr lässt sich seriös nicht versprechen. Wer Pulver als Mittel gegen das Altern bewirbt, verlässt diesen Rahmen. Für Whey selbst gibt es übrigens keinen eigenen zugelassenen Health Claim 1.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion wiegt die Warnung der Verbraucherzentrale vor dauerhaft mehr als 2,0 g pro Kilogramm besonders schwer 1. Sprich deine Menge dann mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Praktisch im Alltag: Wer morgens wenig Appetit hat, sichert sich mit einem kleinen Shake oder einer Schale Quark die erste Proteinportion des Tages.
6Proteinshake selber machen: lohnt sich das?
Oft ja. Und es ist einfacher als jedes Rezeptvideo.
Die Zutaten stehen in jedem Supermarkt. Ein Liter fettarme Milch enthält etwa 35 g Protein, 500 g Magerquark knapp 68 g 1. Daraus wird ein Shake, der in der Portionsgröße mit jedem Pulver mithält:
- 250 g Magerquark: rund 34 g Protein
- 300 ml fettarme Milch: rund 10 g Protein
- eine Banane oder eine Handvoll Beeren, kurz mixen
Das ergibt etwa 44 g Protein 1, also mehr als die 20 bis 40 g, die das ISSN pro Portion nennt 5. Wer leichter ist, nimmt die halbe Menge Quark.
Milch und Quark bestehen aus Milchprotein, einer Mischung aus Molkenprotein und Casein. Mit 9 % Leucin liegt Milchprotein nicht weit hinter reinem Whey 10. Bei der Qualität verlierst du gegenüber dem Pulver wenig.
Wann Pulver trotzdem Sinn ergibt
Quark muss in den Kühlschrank, Pulver nicht. Wer direkt aus dem Büro ins Studio fährt, steckt ein Döschen Pulver in die Tasche, keinen offenen Becher. Auch wer Milchprodukte meidet oder vegan lebt, kommt mit Pulver oft leichter auf seine Mengen. Das ISSN nennt Supplemente einen praktischen Weg, betont aber, dass sich der Bedarf auch mit Lebensmitteln decken lässt 5.
Beim Preis lohnt der eigene Vergleich. Rechne Protein pro Euro für den Quark aus deinem Supermarkt aus und halte die Zahl gegen die Pulver in unserer Liste. Je nach Angebot gewinnt der Quark, manchmal ein günstiges Whey-Konzentrat. Feste Beträge nennen wir hier bewusst nicht, weil sich Preise ständig ändern.
Food first
Das Australian Institute of Sport nennt „Food first“ als Grundregel 1. Stiftung Warentest kam zu dem Schluss, dass Eiweißpulver für Freizeitsportler überflüssig sind, weil sich der Bedarf in der Regel mit normalen Lebensmitteln decken lässt 2.
Wir sehen das genauso nüchtern. Pulver ist eine Abkürzung, kein Pflichtteil des Trainings. Wer seine 1,6 g pro Kilogramm mit Essen schafft, braucht unser Ranking höchstens aus Neugier.
7Testsieger und Stiftung Warentest: was die Listen nicht verraten
Der Test von Stiftung Warentest, auf den sich viele Seiten bis heute berufen, erschien im Heft 04/2020. Geprüft wurden 21 Eiweißpulver auf Nutzen, Proteinqualität, Schadstoffe und verbotene Substanzen 2. Die Proteinqualität war meist gut, einige Pulver fielen durch Schadstoffe auf, bei der Kennzeichnung von Aromen gab es Mängel 2. Die Preise je Portion lagen um mehr als das Fünffache auseinander 2. Und das Urteil zum Nutzen fiel deutlich aus: Für Freizeitsportler überflüssig 2.
Das ist solide Verbraucherarbeit. Nur ist sie inzwischen mehrere Jahre alt. Rezepturen ändern sich, Produkte verschwinden vom Markt, Preise sowieso. Wer heute ein Pulver als Warentest-Sieger bewirbt, verweist auf eine Momentaufnahme, die mit dem Inhalt der aktuellen Dose wenig zu tun haben muss.
Was viele Bestenlisten verschweigen
Nicht jede Bestenliste im Netz erklärt, wie ihre Reihenfolge zustande kommt. Ohne offengelegte Methode lässt sich schwer beurteilen, warum ein Produkt vorn liegt und ob die Bewertung zu deinem Ziel passt.
Unser Ansatz ist ein anderer. Kriterien und Gewichte stehen oben, jede Punktzahl lässt sich aus Preis, Proteinquelle, Proteingehalt und Datenherkunft nachrechnen, und die Liste folgt den Preisen täglich. Was wir nicht leisten, sagen wir genauso offen: Wir prüfen nicht im Labor, ob der angegebene Proteingehalt stimmt, und wir testen keinen Geschmack. Für Schadstoffe und den tatsächlichen Gehalt bleiben unabhängige Laboruntersuchungen die bessere Quelle. Ein transparentes Preis-und-Nährwert-Ranking ersetzt sie nicht, es ergänzt sie.
Was du selbst prüfen solltest
- Kölner Liste: Muskelaufbauprodukte können Dopingsubstanzen enthalten. Die Kölner Liste, eine Service-Plattform des Olympiastützpunkts Rheinland, bietet Orientierung 1. Wichtig vor allem, wenn du an Wettkämpfen teilnimmst.
- Werbeversprechen: Für Whey gibt es keinen eigenen zugelassenen Health Claim, die EFSA hat Anträge zu Muskelmasse und schnellerer Erholung nicht bestätigt 1. Wer mit schnellerer Regeneration durch Whey wirbt, bewegt sich außerhalb der zugelassenen Aussagen.
- Zutatenliste: Welche Proteinquelle steht an erster Stelle, und wie viel Protein steckt in 100 g?
- Verträglichkeit: Bei Laktoseintoleranz kein Konzentrat 1, ein Isolat enthält weniger Laktose 1.
Häufige Fragen
Welches Proteinpulver ist das beste für Muskelaufbau?
Für die meisten ist Whey die beste Wahl, weil es den höchsten Leucinanteil und den höchsten Anteil essentieller Aminosäuren hat 10. Welches Whey aktuell die beste Kombination aus Qualität, Gehalt und Preis bietet, zeigt unsere Rangliste, derzeit Healthy Fusion Whey Protein Isolat mit Kollagen. Entscheidend bleibt, dass du auf rund 1,6 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag kommst 4.
Welches Protein für Muskelaufbau?
Wie viel Protein pro Tag für Muskelaufbau?
Was ist das beste vegane Proteinpulver für Muskelaufbau?
Welches ist das beste Proteinpulver für Frauen?
Welches Proteinpulver für Frauen ab 50?
Die Grundsätze bleiben gleich, nur der DGE-Referenzwert steigt ab 65 Jahren auf 1,0 g pro Kilogramm 3. Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse und normaler Knochen bei 1. Bei eingeschränkter Nierenfunktion solltest du die Menge ärztlich abklären, die Verbraucherzentrale warnt vor dauerhaft mehr als 2,0 g pro Kilogramm 1.
Was sagt Stiftung Warentest zu Proteinpulver?
Stiftung Warentest prüfte 2020 insgesamt 21 Eiweißpulver; die Proteinqualität war meist gut, einige fielen durch Schadstoffe auf 2. Das Fazit: Für Freizeitsportler sind Eiweißpulver überflüssig, weil sich der Bedarf meist mit normalen Lebensmitteln decken lässt 2. Der Test ist mehrere Jahre alt und sagt wenig über heutige Rezepturen und Preise.
Kann ich einen Proteinshake selber machen?
Wann sollte ich meinen Proteinshake trinken?
Schadet viel Protein den Nieren?
Bei Gesunden fand eine Metaanalyse keine Unterschiede in der Nierenfunktion zwischen höherer und niedrigerer Proteinzufuhr 8. Die Verbraucherzentrale weist aber darauf hin, dass bei dauerhaft mehr als 2,0 g pro Kilogramm eine Schädigung nicht ausgeschlossen werden kann, besonders bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion 1. Mit etwa 1,6 g pro Kilogramm bleibst du unter dieser Schwelle.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Whey-Protein – Was sollten Sie über Molkenprotein wissen? (18.03.2026)
- Stiftung Warentest: Eiweißpulver im Test (test 04/2020)
- DGE: Leitlinie Protein
- Morton et al. 2018, Br J Sports Med
- Jäger et al. 2017, ISSN Position Stand: protein and exercise
- Schoenfeld & Aragon 2018, JISSN
- Schoenfeld et al. 2013, JISSN
- Devries et al. 2018, J Nutr
- Hoffman & Falvo 2004, Protein – Which is Best? J Sports Sci Med
- Gorissen et al. 2018, Protein content and amino acid composition of commercially available plant-based protein isolates, Amino Acids
- Mathai, Liu & Stein 2017, British Journal of Nutrition 117(4):490–499
Rangliste: eigene Berechnung aus aktuellen Händlerpreisen und den Nährwertangaben der Produkte. Keine eigenen Labortests, keine Geschmackstests, keine bezahlten Platzierungen. So vergleichen wir





























